Die Philosophie hinter der Fußreflexzonenmassage

Fußreflexzonenmassage

Die Philosophie hinter der Fußreflexzonenmassage

In Asien ist sie fester Bestandteil des Alltags und auch in einigen anderen Kulturen der Welt ist sie bekannt: Die Fußreflexzonenmassage, die im Westen zur Alternativmedizin und Naturheilkunde gezählt wird. In ihrer modernen westlichen Form basiert sie auf dem System des amerikanischen Hals-Nasen-Ohren-Arztes William Fitzgerald, der sich auf die Lehre amerikanischer Ureinwohner stützte.

Der grundlegende Gedanke dabei sind Nervenverbindungen zwischen bestimmten Punkten an den Füßen und anderen Körperteilen und Organen. Wird also der richtige Punkt an der Fußsohle massiert, werden entsprechende Reize an die betroffene Körperstelle weitergeleitet.

Nachdem Fitzgerald längere Zeit beobachtet hatte, welche Druckpunkte welche Wirkung auf andere Körperteile erzielten, teilte er den Körper in zehn Längszonen und später noch in drei Querzonen ein.

Fußreflexzonenmassage

Die Füße spiegeln dabei den Körper selbst wider: So sitzen die Druckpunkte für Beschwerden wie Kopf- und Zahnschmerzen in den Zehen, Probleme im Brustbereich im Fußballen und Schmerzen im Rücken und in den Knien in der Ferse.

Basierend auf diesem System entwickelte die Krankenschwester und Krankengymnastin Eunice D. Ingham die bis heute verwendeten Handgriffe zur Fußreflexzonenmassage. Sie war es auch, die den von Fitzgerald entwickelten Begriff “Zone Therapy” gegen den heutigen Begriff “Reflexology” austauschte.

Die Fußreflexzonenmassage in Asien

Parallel zu der uralten Heilkunde der amerikanischen Ureinwohner und der modernen Weiterentwicklung von Fitzgerald und Ingham in den USA existiert die Fußreflexzonenmassage seit Jahrtausenden auch in Asien. Hier liegt ihr die auch in der Akupressur und Akupunktur genutzte Lehre von der über Meridiane durch den Körper fließenden Energie Qi zugrunde.

In der traditionellen chinesischen Medizin gilt der Gedanke, dass der gezielte Druck auf eine bestimmte Stelle im Fuß die Blockade des Qi an einer anderen Stelle im Körper lösen kann. Viele Therapeuten setzen neben den Fingern und Daumen auch die Handknöchel und sogar kleine Holzstäbe ein, um den Druck zu verstärken.

Asiatische Fußreflexzonenmassage

Letztendlich unterscheiden sich die beiden Arten der Fußreflexzonenmassage nicht sonderlich voneinander. Der asiatischen Variante wird gerne eine belebende Wirkung nachgesagt, während die westliche Variante eher entspannend und beruhigend wirkt. Letztendlich hängt dies aber vom persönlichen Empfinden und den jeweiligen Beschwerden ab.

Was bewirkt die Fußreflexzonenmassage?

Zwar steht die Schulmedizin der Fußreflexzonenmessage aufgrund der dünnen Studienlage nach wie vor skeptisch gegenüber, doch mittlerweile haben kleinere Studien den Erfolg durchaus belegt. Eine Begründung lieferten unter anderem Forscher der Universität Innsbruck in einer kleinen Studie: Durch die Stimulation der richtigen Nervenbahnen konnte die Durchblutung der Nieren angeregt wurde und dies kurbelte wiederum ihre eigentliche Entgiftungsfunktion an. Natürlich bedeutet dies nicht, dass sich mithilfe von Massagen ernsthafte Nierenerkrankungen heilen lassen, doch dies behauptet auch niemand.

Letztendlich eignet sich die Fußreflexzonenmassage vor allem zur Behandlung kleinerer Beschwerden, bei denen die Förderung der Durchblutung eine positive Wirkung hat, darunter:

  • Verspannungen
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Probleme
  • Verbesserung des Lymphflusses
  • Arthritis/Rheuma
  • Schlafstörungen

Nicht geeignet ist die Fußreflexzonenmassage bei bestehenden Fußbeschwerden, da der teils starke Druck diese verstärken kann. Dazu gehören sowohl Knochen- und Gelenkbeschwerden, als auch offene Wunden. Auch bei Fußpilz sollte auf eine Fußreflexzonenmassage verzichtet werden, da die Massage den Pilz eventuell noch weiter über die Haut verteilen kann.

Wie verläuft die Fußreflexzonenmassage?

Zunächst wird sich der Therapeut, bzw. die Therapeutin ein Bild von den vorhandenen Beschwerden und der erhofften Wirkung machen, zum Beispiel die Linderung von Muskelverspannungen oder von anhaltenden Bauchschmerzen.

Je nach Behandlungsdauer erfolgt dann zunächst ein entspannendes Fußbad mit Duftölen oder eine kurze Fußwäsche, ehe die eigentliche Fußreflexzonenmassage beginnt. Diese kann je nach Beschwerdebild eher beruhigend oder eher belebend wirken. Zum Abschluss folgt eine Ruhephase, in der die Füße noch nicht belastet werden.

Entspannte Fußmassage

Ein Tipp: Nicht immer ist Zeit für einen Besuch vom Profi. Doch auch das Barfußgehen wirkt wie eine kleine stimulierende Fußreflexzonenmassage zwischendurch, vor allem im Freien. Es lohnt sich also, jede Gelegenheit zum Barfußgehen zu ergreifen, zum Beispiel bei einem längeren Spaziergang am Strand oder über ausgedehnte Grasflächen und Wiesen.